Sonntag, 24. April 2024
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15 neue „ÖKOPROFIT“-Auszeichnungen

Acht Betriebe erhielten nun das begehrte Prüfsiegel „ÖKOPROFIT-Betrieb Kreis Borken 2023“.
Acht Betriebe erhielten nun das begehrte Prüfsiegel „ÖKOPROFIT-Betrieb Kreis Borken 2023“.

Der elfte Durchgang des „ÖKOPROFIT Kreis Borken“ ist nun erfolgreich abgeschlossen worden: In der Anne-Frank-Realschule in Ahaus übergaben Staatssekretär Viktor Haase vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW (LANUV), Ingo Trawinski (Leiter der Betriebsberatung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken) und Hubert Grothues (Umweltdezernent des Kreises Borken) nun den beteiligten Unternehmen und Institutionen die begehrten Prüfsiegel „ÖKOPROFIT-Betrieb Kreis Borken 2023“.

Acht Ökoprofit-Betriebe, sieben Unternehmen bei Ökoprofit-Mikro

Mitgemacht haben in den zurückliegenden zwölf Monaten acht Betriebe beim bekannten „ÖKOPROFIT“-Modell mitgemacht. Weitere sieben Handwerksbetriebe aus dem Kreis Borken haben am erstmals angebotenen Programm „ÖKOPROFIT-Mikro“ teilgenommen. In den vergangenen Wochen stellten sie einer Prüfungskommission ihre dabei entwickelten Maßnahmenprogramme erfolgreich vor. Zudem wurde ein Betrieb rezertifiziert.

Gutes Niveau in Sachen Umwelt- und Klimaschutz

„Bei uns im Westmünsterland herrscht in Sachen Umwelt- und Klimaschutz bereits ein gutes Niveau – und dank der engagierten Betriebe und Institutionen tut sich auch weiterhin viel. Ich freue mich daher sehr, dass dieses wichtige Thema und die Teilnehmenden, die es nochmals besonders in den Blick nehmen, hier und heute im Mittelpunkt stehen“, hob Hubert Grothues, Umweltdezernent des Kreises Borken, bei der Auszeichnung hervor. Für einen unterhaltsamen Rahmen sorgten dabei viele Schülerinnen und Schüler der gastgebenden Anne-Frank-Realschule, die kurze Theater-Szenen und Musikstücke präsentierten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frank Beckert.

Projekt ist seit 1998 in Deutschland bekannt

Das Projekt „ÖKOPROFIT“ („Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik“) ist eine Kooperation, bei der die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Borken, der Kreis Borken und Unternehmen aus dem Westmünsterland eng zusammenarbeiten. Das Konzept von „ÖKOPROFIT“ stammt aus Graz und wurde 1998 in München zum ersten Mal in Deutschland durchgeführt. Mit der fachlichen Betreuung von „ÖKOPROFIT“ wurde das Team von B.A.U.M. Consult GmbH aus Hamm beauftragt, das seit 2000 über 200 „ÖKOPROFIT“-Projekte in Deutschland durchgeführt hat. Das Programm bringt Vorteile für Umwelt und Unternehmen mit sich: Jedes Jahr erhalten die Teilnehmenden so die Gelegenheit, mit externer Unterstützung ihre internen Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen unter ökologischen Gesichtspunkten kritisch zu beleuchten und dann möglichst zu verbessern – mit positiven Auswirkungen natürlich auch auf ökonomischem Gebiet.

Kreis Borken zertifizierte seit 2010 über 120 Unternehmen

Im Kreis Borken startete das Projekt im Jahr 2010. Seitdem gab es in der Region elf Projektrunden, an denen sich über 120 Unternehmen beteiligten. Durch die Maßnahmen konnten in der Zeit mehr als 24.000.000 Kilowattstunden Energie, rund 9.500 Tonnen CO2, 350 Tonnen Abfall und 21.000 Kubikmeter Wasser eingespart werden. Allein in der nun abgeschlossenen Runde 2023 konnten die teilnehmenden Unternehmen durch 65 zum Projektabschluss bilanzierbare Einzelmaßnahmen bereits 329.610 Kilowattstunden Energie, 277,5 Tonnen Kohlenstoffdioxid, 260 Kubikmeter Wasser und 0,2 Tonnen Restmüll vermeiden. Jährlich sollen damit rund 140.000 Euro eingespart werden. Dass die Zahlen nicht so hoch wie in früheren Durchgängen sind, liege insbesondere auch daran, dass die Unternehmen bereits gut aufgestellt seien und man eben nicht bei Null anfange, sondern weiter optimiere, betonte Dr. Stefan Große-Allermann von B.A.U.M. Consult, der gemeinsam mit Jens Huchthausen von der Kreishandwerkerschaft Borken die Projektergebnisse vorstellte.

Erste Auflage von Ökoprofit-Mikro

In diesem Jahr gab es erstmals ein speziell auf die Anforderungen und Herausforderungen von Handwerksbetrieben zugeschnittenes Programm: „ÖKOPROFIT-Mikro“ ist ein Projekt, das sich speziell an kleinere Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern richtet. Genau wie beim Basis-Programm ist das Ziel, gemeinsam mit den Teilnehmenden ökologische Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Betriebskosten gesenkt werden. Die Betriebe werden dabei intensiv, individuell und fachkundig durch die Kreishandwerkerschaft Borken betreut. Bei diesem ersten Durchgang waren speziell holzverarbeitende Betriebe angesprochen.

Ausgezeichnet wurden als „ÖKOPROFIT“-Betrieb:

Anne-Frank-Realschule, Ahaus; Glockenstadt Gescher, Gescher; Helene Helming Schule, Ahaus; Landgasthof Haarmühle GmbH, Ahaus-Alstätte; Ossendorf GmbH Stahlbau, Ahaus; Tenbrink ProjektPlan GmbH, Stadtlohn; TIS Technische Informationssysteme GmbH, Bocholt; Westmünsterland Gartencenter Hilgert GmbH & Co. KG, Ahaus.

Erfolgreich teilgenommen haben an „ÖKOPROFIT-Mikro“:

Felix Küdde Tischlerei und Zimmerei GmbH, Reken; Knipping & Schäpers GmbH, Rhede; Kötter-Mers GmbH, Gronau-Epe; Meyer Fenster GmbH, Bocholt; Schreinerei Ralf Kötter, Gronau-Epe; Tischlerei Elskemper, Gescher; Tischlerei Wienand GmbH, Borken.

Rezertifiziert wurde als „ÖKOPROFIT“-Betrieb:

Brocolor Lackfabrik GmbH, Gronau

Effizienterer Umgang mit Ressourcen

In dem vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW geförderten Projekt haben die beteiligten Unternehmen die Möglichkeit genutzt, im Rahmen von Workshops und Vor-Ort-Beratungsterminen einen effizienteren Umgang mit Ressourcen zu erlernen, Einsparpotentiale zu erkennen und ein firmeninternes Umweltmanagement-System zu entwickeln.

Zwölfter Durchgang ist bereits in Planung

Mit der Auszeichnungsveranstaltung ist auch der Aufruf für weitere interessierte Unternehmen verbunden, sich für die nächste Projektrunde zu melden. Drei Unternehmen haben sich bereits gemeldet, um sich beim dann 12. Durchgang für Neuerungen/Verbesserungen im Klimaschutz und bei der Energieeffizienz stark zu machen. Damit investieren diese Unternehmen nicht nur in die eigene Zukunft, sondern auch in die nachhaltige Entwicklung des Kreises Borken.

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