Mittwoch, 24. April 2024
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Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen, weiß, dass viele Ausbildungsplätze in der Region unbesetzt bleiben. Foto: IHK Nord Westfalen
Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen, weiß, dass viele Ausbildungsplätze in der Region unbesetzt bleiben. Foto: IHK Nord Westfalen

Die derzeit steigende Beliebtheit der betrieblichen Ausbildung reicht bei weitem nicht aus, um die Nachfrage der Unternehmen nach Auszubildenden zu decken. Das zeigt das Ergebnis der Ausbildungsumfrage der IHK Nord Westfalen, an der sich 725 Unternehmen aus dem Münsterland und aus der Emscher-Lippe-Region beteiligt haben. Danach ist der Anteil der Unternehmen, die im vergangenen Jahr alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnten, weiter gesunken. Und zwar auf 56,5 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 60 Prozent, vor fünf Jahren noch rund 75 Prozent der Unternehmen.

Mehrere Hundert Ausbildungsstellen offen

„Damit liegen wir aktuell zwar leicht besser als der Bundesdurchschnitt von 53 Prozent, müssen aber alles daransetzen, den Anteil wieder zu steigern“, betont Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung. Denn allein bei den an der Umfrage beteiligten Unternehmen blieben insgesamt 802 Plätze unbesetzt. „Im Schnitt hätte damit jeder dieser Betriebe 1,2 Ausbildungsverträge zusätzlich abschließen können, wenn er geeignete Bewerberinnen oder Bewerber gefunden hätte“, so Taudt. Auch aktuell sind noch mehrere Hundert Ausbildungsplätze in der IHK-Lehrstellenbörse offen.

Praktika sind der „Königsweg“

Der IHK-Bildungsexperte sieht dabei die Unternehmen, die Schülerpraktika anbieten, auf dem richtigen Weg, das Problem zu mindern. Das sind mit 64,4 Prozent deutlich mehr als bei der letzten Umfrage (51,9 Prozent). „Praktika sind der Königsweg, um Ausbildungsplätze passend zu besetzen“, ist sich Taudt sicher. Lob hat er auch für die Veränderungen bei den Bewerbungsverfahren in den Betrieben. Hier setzen 43,5 Prozent der Betriebe an, um mehr Ausbildungsplätze zu besetzen. Bewerbungsverfahren müssten einfach und vor allem schnell ablaufen, unterstreicht Taudt. „Wer auf den allerbesten Kandidaten wartet und womöglich mit mehrstufigen Auswahlverfahren arbeitet, verliert mit Sicherheit an Zulauf.“

Verbesserungen bei den Bewerbungsverfahren

Das veränderte Bewusstsein der Unternehmen für die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und die Verbesserungen bei den Bewerbungsverfahren unterstützen nach Taudts Einschätzung den Trend zur betrieblichen Ausbildung. Immerhin konnten die Betriebe aus Industrie, Dienstleistung und Handel zum 1. August 5,4 Prozent Ausbildungsverträge mehr abschließen als noch im Vorjahr.

Kampagne „Ausbildung macht mehr aus uns. Jetzt#könnenlernen“

Mit ihrer Ausbildungskampagne „Ausbildung macht mehr aus uns. Jetzt#könnenlernen“ verstärken die Industrie- und Handelskammern in Deutschland den Trend zur betrieblichen Ausbildung. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Auszubildende, die Einblicke in ihren Ausbildungs- und Lebensalltag geben – zum Beispiel auf TikTok, wo die Kampagne bundesweit rund 20.000 Follower hat.

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