Sonntag, 24. Mai 2024
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Gemeinsame Alarmübung 

Bei der Alarmübung wurde ein Zimmerbrand im Obergeschoss des Gästehauses an der Biologischen Station Zwillbrock angenommen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Vreden
Bei der Alarmübung wurde ein Zimmerbrand im Obergeschoss des Gästehauses an der Biologischen Station Zwillbrock angenommen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Vreden

„Grenzgebiet“ – unter diesem Motto fand am Freitag, 13. Oktober 2023, eine grenzübergreifende Alarmübung der Feuerwehr Vreden und der Brandweer Eibergen an der Biologischen Station Zwillbrock statt.

Übungsszenario: Fünf vermisste Menschen bei Zimmerbrand

Im dargestellten Übungsszenario gab es einen Zimmerbrand im Obergeschoss des neuen Gästehauses, in dessen Folge mindestens fünf Personen durch den meldenden Hausmeister vermisst wurden. Beim Eintreffen zeigte die Erkundung schnell, dass sich die Meldung bestätigte. Im Verlauf wurde durch den Löschzug (LZ) Ammeloe ein Innenangriff vorbereitet und durchgeführt. Parallel dazu brachte der LZ Vreden die Drehleiter in Stellung und bereitete eine Riegelstellung vor, um angrenzende Gebäudeteile zu schützen.

Weitere Einsatzkräfte ermöglichen neuen Abschnitt

Etwas zeitversetzt trafen auch die Kameraden der Brandweer Eibergen ein. Durch die zusätzlichen Einsatzkräfte konnte ein weiterer Einsatzabschnitt gebildet werden und ein weiterer Innenangriff über eine Außentreppe direkt in das Obergeschoss gestartet werden. Insgesamt wurden 7 Personen von der Feuerwehr gerettet. Auch die Betreuung war dieses Mal ein Teil der Übung. Da nicht wie gewohnt mit Rettungspuppen geübt wurde, sondern mit geschulten Notfalldarstellern des Jugendrotkreuzes Borken (JRK).

Lange Anfahrtswege bis nach Zwillbrock

Doch nun zurück zur Überschrift „Grenzgebiet“. Zwillbrock befindet sich ca. zehn Kilometer vom Stadtgebiet entfernt. Das Resultat dieser Entfernung sind lange Anfahrtswege für die Rettungskräfte. Um diese Tatsache zu kompensieren und schnelle Hilfe zu ermöglichen, werden sowohl Einsatzkräfte aus beiden Löschzügen der Feuerwehr Vreden, also auch die Brandweer Eibergen alarmiert, welche mit ca. sechs Kilometern einen deutlich kürzeren Anfahrtsweg hat. So kann sichergestellt werden, dass auch in Zwillbrock Hilfe innerhalb einer angemessenen Zeit gewährleistet werden kann. Ähnliche Kooperationen gibt es auch in weiteren Grenzgebieten der Stadt Vreden und der Niederlande (z.B. Rekken und Winterswijk).

Zusammenarbeit wird durch Übungen immer wieder optimiert

Diese grenzübergreifende Zusammenarbeit findet bereits seit Jahren statt und wird durch regelmäßige Übungen immer weiter vertieft. Denn es gilt durchaus Hindernisse zu überwinden. Dabei geht es natürlich um sprachliche Hindernisse, jedoch auch in der Taktik und Technik finden sich Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt. Daher war die Kommunikation der beiden Feuerwehren ein Hauptaugenmerk der Übung. Aber auch die Alarmierungswege sollten erneut geprüft werden, um Probleme und Zeitverzögerungen zu erkennen und im Nachgang weiter zu optimieren.

Beide Bürgermeister an der „Einsatzstelle“

Begleitet wurde die Übung auch durch politische Vertreter beider Städte. Dr. Tom Tenostendarp, Bürgermeister der Stadt Vreden, und Joost van Oostrum, Bürgermeister der Stadt Eibergen, bedankten sich nach der Übung für die Einsatzbereitschaft der Übungsteilnehmer und betonten die Bedeutung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in Bezug auf die schnelle Hilfe für die Bevölkerung im Grenzgebiet bei zeitkritischen Notfällen, sowohl auf deutscher, als auch auf niederländischer Seite.

Kofinanzierung durch Interreg-Programm

Diese grenzüberschreitende Einsatzübung der Feuerwehr Vreden und der Brandweer Eibergen wurde durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland unterstützt und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.

Besonderer Dank der Vredener Feuerwehr geht an das JRK Borken für die Unterstützung und an die Übungsvorbereiter des Löschzuges Ammeloe und der Brandweer Eibergen, die mit Hilfe des bereitgestellten Materials eine eindrucksvolle Lagedarstellung ermöglicht haben.

Sven Asmuss
Sven Asmuss
Sven Asmuß, Redakteur, fest im Münsterland verwurzelt, mag den Kontakt zu anderen Menschen und deren spannende Geschichten. Familienmensch und Sportfan.
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