Donnerstag, 24. Juni 2024
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Heimatpreise gehen in die Region

Landrat Dr. Kai Zwicker (4. v. l.) überreichte gemeinsam mit den Jury-Mitgliedern die Heimatpreise an die diesjährigen Preisträger.
Landrat Dr. Kai Zwicker (4. v. l.) überreichte gemeinsam mit den Jury-Mitgliedern die Heimatpreise an die diesjährigen Preisträger.

Zu Beginn der jüngsten Sitzung des Borkener Kreistages hat Landrat Dr. Kai Zwicker die Träger des unter dem Motto „Aktiv für mehr“ stehenden „Kreis-Heimat-Preises 2023“ bekanntgegeben und ihnen unter dem Beifall der Kreistagsmitglieder die Ehrenrkunden überreicht. Der 1. Preis verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro geht an den Förderkreis des Bocholter Handwerksmuseums. Rang 2 (Preisgeld: 3.000 Euro) belegt das Projekt „Spirituelle Orte längs der Berkel“ und auf Platz 3 (Preisgeld: 2.000 Euro) ist der Heimatverein Lünten e.V. mit seinem Vorhaben „Mobilisierung des ehrenamtlichen Engagements im Heimatverein“ gekommen.

Vielfalt und Ideenreichtum bei eingereichten Beiträgen

Der Landrat zeigte sich sehr erfreut über die Vielfalt und den Ideenreichtum der eingereichten Beiträge. Insgesamt 35 Beiträge hatte es gegeben. Im Vorjahr waren 29. Die eigentliche Preisverleihung wird in einem festlichen Rahmen im Frühjahr 2024 erfolgen. Grundlage für den Heimatpreis ist das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Programm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“

Jury hatte eine schwere Aufgabe

Eine fachkundige Jury hatte die Beiträge zuvor gesichtet und bewertet. Ihr gehörten an: aus dem Kreistag: Michael Boland, Sandra Lentfort, Theo Nieland (sachkundiger Bürger), Ulrike Nitsch und Wilhelm Stilkenbäumer (Vorsitzender des Kulturausschusses des Kreistages) sowie Kreisheimatpflegerin Christel Höink. Von der Kreisverwaltung: Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Elisabeth Büning (Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur, Sport).

Ihre Entscheidung begründete die Jury wie folgt:

Museum zu einem „Dritten Ort“ gemacht

Platz 1: Mit dem Projekt „Handwerk für Kids – Kids fürs Handwerk“ hat das Bocholter Handwerksmuseum sein museumspädagogisches Programm für junge Menschen maßgeblich überarbeitet und bietet mit seinen engagierten Ehrenamtlichen seitdem eine Vielzahl interaktiver Museumsprogramme an. Der Verein konnte das Museum zu einem „Dritten Ort“ etablieren, in dem Kultur, Bildung und Begegnung stattfinden. Es treffen sich junge Menschen zum Austausch und es wird die Gelegenheit geboten, auch mit anderen Generationen in Kontakt zu treten und voneinander zu lernen. Überzeugt hat die Jury ausdrücklich das besonders große Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die die Bedeutung des Handwerks für die Region in vielfältiger Weise den jungen Menschen näherbringen. Dabei wird die berufliche Orientierung junger Menschen besonders durch die Möglichkeit des Mitmachens nachhaltig unterstützt. Vertreten wird der Förderkreis durch Florian Sauret, Ute Sommers und Sabine Hormann.

Projekt endet nicht an den Kreisgrenzen

2. Preis: Um Heimatliches sichtbar, Historisches erfahrbar, Kulturelles und Religiöses erlebbar zu machen, wurde das Projekt „Spirituelle Orte längs der Berkel“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, Menschen – auch über religiöse Grenzen hinweg – zusammenzuführen und Touristen in hanseatischer Gastfreundschaft die Berkelregion authentisch zu präsentieren. Überzeugt hat die Jury insbesondere, dass das Projekt nicht an den Kreisgrenzen endet, sondern sowohl die Niederlande als auch den Nachbarkreis Coesfeld einbezieht. So kann die Berkel als ein gelebter Kulturraum und verbindendes Element erfahren werden. Vertreten wird die Projektinitiative durch Roel Heij und Franz-Josef Menker.

Regelmäßige Nachrichten zu Dorfentwicklungen

3. Preis: Mit dem Projekt „Mobilisierung des ehrenamtlichen Engagements im Heimatverein“ informiert der Heimatverein Lünten über die Broadcast-Funktion im Rahmen der WhatsApp Mitglieder und Interessierte regelmäßig und äußerst niederschwellig über alles, was das Lüntener Dorfleben ausmacht. Durch diese regelmäßigen Nachrichten sind alle Beteiligten schnell und direkt über neue Dorfentwicklungen und Vereinsaktivitäten informiert. So konnten Veranstaltungen örtlicher Vereine bereits eine steigende Teilnehmerzahl verzeichnen. Gleichzeitig werden die regionale Identität, das Heimatbewusstsein und das Engagement im und für das Dorf gefördert. Überzeugt hat die Jury ausdrücklich die einfache, aber sehr innovative Idee, die besonders diejenigen erreicht, die keine Zeitung mehr lesen. Die Initiative hat gezeigt, dass so ehrenamtlicher Nachwuchs angesprochen werden kann. Darüber hinaus ist diese Idee einfach auf viele Orte übertragbar. Vertreten wird der Heimatverein Lünten durch Werner Grotholt und Michael Tenhumberg.

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