Montag, 24. Mai 2024
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„Kurve kriegen“: Aktiv gegen Jugendkriminalität

"Rapagoge" Marcel Reif unterstützte die Schülerinnen und Schüler bei der Songaufnahme im Rahmen des Projekts "Kurve kriegen".
„Rapagoge“ Marcel Reif unterstützte die Schülerinnen und Schüler bei der Songaufnahme im Rahmen des Projekts „Kurve kriegen“.

Bevor sich die Spirale für junge Mehrfachtatverdächtige endgültig abwärts dreht und sie sich zu sogenannten Intensivtätern entwickeln, beugt die nordrhein-westfälische Polizei mit einer wirksamen Landesinitiative vor. Junge Menschen sollen mit „Kurve kriegen“ zu einem besseren Lebensweg jenseits der Kriminalität finden. Dabei geht die Polizei neue Wege. In Kooperation mit pädagogischen Fachkräften vom freien Jugendhilfeträger – Verein sozial-integrativer Projekte e.V. – aus Münster kümmert sich die Kreispolizeibehörde um delinquente Kinder, Jugendliche und deren Familien.

Mehrwert von einem straffreien Leben erkennen

„Junge Menschen sollen den Mehrwert von einem straffreien Leben erkennen“, sagt Victoria Bösing. Sie ist pädagogische Fachkraft der Initiative „Kurve kriegen“ in Borken. Hierbei ist den pädagogischen Fachkräften die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der eigenen Lebensgeschichte wichtig.

Eigene Biographie in persönliche Songzeilen verpackt

Ein Workshop mit den „Rapagogen“ von „who.am.i.creative academy“ aus Mannheim bot daher Gelegenheit dazu, die eigene Biographie in ganz persönliche Songzeilen zu verpacken. Die Schülerinnen und Schüler beschrieben darin, wie schwer es für sie war. Dabei ging es um Erlebnisse in der Schule, im Lockdown, mit der Polizei und mit der Familie. Träume von Ruhm, schnellen Autos und dem großen Geld trafen auf die Themen, die das eigene Leben direkt betreffen: „Der eigene Traum, der eigene Weg, Ich sag wie es läuft und wie weit es noch geht. Der eigene Traum, der eigene Weg, Ich bin bereit dir bei Seite zu steh’n.“

Sich selbst eine Stimme geben

Die Schülerinnen und Schüler erhielten durch den Workshop einen Zugang zu ihrer eigenen Stimme. Diese können sie nicht nur einsetzen, um einen Song aufzunehmen, sondern vielmehr, um sich im Leben zu behaupten, sich selbst eine Stimme zu geben. Ihnen wurde deutlich, dass ihre Stimme wichtig für sie selbst und auch für andere sein kann. Die eigene Stimme laut und respektvoll zu erheben, kann so viel effektiver sein, als delinquentes Verhalten zu zeigen. In den nächsten Wochen werden die wertvollen Impulse des Workshops von den Sozialpädagogen der Initiative „Kurve kriegen“ aufgegriffen und individuell vertieft.

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