Sonntag, 24. Juni 2024
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LEADER-Regionen: Aufruf zur Teilnahme an Europawahl

Die Regionalmanagements der Regionen „Kulturlandschaft Westmünsterland“ und „Kleeblatt“ rufen regionale Akteure auf, sich bei der Europawahl zu Demokratie und europäischen Werten zu bekennen (v.l.n.r.): Dominik Olbrich, Dr. Frank Bröckling und Vera Kortenjann vom Büro planinvent. Foto: planinvent
Die Regionalmanagements der Regionen „Kulturlandschaft Westmünsterland“ und „Kleeblatt“ rufen regionale Akteure auf, sich bei der Europawahl zu Demokratie und europäischen Werten zu bekennen (v.l.n.r.): Dominik Olbrich, Dr. Frank Bröckling und Vera Kortenjann vom Büro planinvent. Foto: planinvent

Partizipation und Demokratie sind zwei Grundpfeiler des europäischen Förderprogramms. Deshalb positionieren sich die Regionalmanagements der münsterländischen LEADER-Regionen deutlich zur EU und rufen zur Beteiligung an der Europawahl am 9. Juni 2024 auf.

Stimme für ein vereintes Europa

Gerade in diesen Zeiten sei es entscheidend, so die Regionen, dass alle ihre Stimme bei der Europawahl für ein vereintes Europa und die Demokratie vor Ort abgeben. Seit den 1990er Jahren unterstützt die Europäische Union die ländliche Entwicklung vor Ort durch das LEADER-Programm. Dieses Förderinstrument macht die Vorteile der europäischen Gemeinschaft regional sichtbar. In den letzten Jahrzehnten ist das Förderprogramm kontinuierlich gewachsen. Derzeit gibt es europaweit mehr als 3.000 LEADER-Regionen, rund 370 befinden sich in Deutschland, neun davon im Münsterland.

Gemeinwohlorientierte Institutionen profitieren

Durch LEADER fördert die Europäische Union insbesondere Vereine, Sozialverbände, Kommunen und viele weitere gemeinwohlorientierte Institutionen. Ziel ist es, das Leben auf dem Land mit einer gemeinsamen Vision lokaler Expertinnen und Experten zu stärken. Bis Ende 2027 stehen dem Münsterland dafür LEADER-Mittel in Höhe von rd. 25 Millionen Euro zur Verfügung. In den vergangenen Jahren wurden bereits weit mehr als 100 LEADER-Projekte mit EU-Geldern im Münsterland umgesetzt. Und auch aktuell befinden sich bereits in den Regionen viele weitere innovative Maßnahmen in der Umsetzung. Diese zeigen, wie aktiv und lebendig der ländliche Raum hier ist.

Niedrigseilgarten, integratives Kulturcafé und E-Carsharing

So realisierte man z.B. in der Region „Baumberge“ in den letzten Jahren einen Niedrigseilgarten in Billerbeck für Kinder und Jugendliche. In der Region „berkel schlinge“ schafft man derzeit in der Berkelmühle Stadtlohn ein integratives Kulturcafé. Nachbarschaften und Wohnquartiere erproben derzeit in der Region „Bocholter Aa“ ein selbstorganisiertes E-Carsharing, um perspektivisch evtl. auf den Zweitwagen verzichten zu können. Und die „Kulturlandschaft Westmünsterland“ erprobt mit dem „Mobilen Team Gesundheit“ aktuell ein neuartiges Konzept zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung im ländlichen Raum und will mit dem frisch bewilligten Projekt „Resiliente Kids“ mit mehrjährigen Workshops bereits an Grundschulen in der Region dabei helfen, Mobbing langfristig auszuschalten.

Partizipativer Ausbau der Windenergie

In der Region 9Plus im Kreis Warendorf sprechen vier Modellkommunen in einem Gemeinschaftsprojekt SchülerInnen an, in einem Jugendkunstprojekt ihre Lebensrealität und Blick auf die Region fotografisch darzustellen und die Ergebnisse in einer Wanderausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Kooperationsprojekt „Servicestelle Wind“ der LEADER-Regionen Steinfurter Land und Tecklenburger Land unterstützt den ausgewogenen und partizipativen Ausbau der Windenergie im Kreis Steinfurt und treibt diesen mit vielfältigen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen voran. Und in der neuen Region „Kleeblatt“ im Kreis Coesfeld wird eine mobile Veranstaltungsbühne mit Bestuhlung angeschafft, die von allen Vereinen und Einrichtungen der Region nach Bedarf entliehen werden kann.

LEADER-Prinzip ist „bottom-up“

Die Abkürzung LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“. Ins Deutsche  übersetzt heißt das: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Das Programm hat nichts mit „Anführen“ und „LEADERShip“ zu tun, sondern mit dem Gegenteil: Entscheidungen werden hier „von unten“ getroffen. Dieses Prinzip heißt „Bottom-Up“ – und wird bei LEADER ganz großgeschrieben. Es bedeutet, dass Menschen aus der Region selbst mitentscheiden können, welche Maßnahmen wichtig sind und welche Projekte verwirklicht werden sollen. Alle dürfen und sollen Ideen, Gedanken und Vorschläge zu möglichen Projekten einbringen und vorantreiben. Schließlich kommen die besten Ideen von den Menschen vor Ort. Sie wissen am besten, was in ihren Dörfern und Städten entwickelt werden sollte.

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