Sonntag, 24. April 2024
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„Leben mit HIV – Anderes als du denkst?!“

Claus-Martin Naechster, Vorstandsmitglied der Aidshilfe Westmünsterland e.V. (li.), und Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster begrüßen die Gäste in der VR-Bank Westmünsterland in Borken zur Eröffnung der Fotoausstellung.
Claus-Martin Naechster, Vorstandsmitglied der Aidshilfe Westmünsterland e.V. (li.), und Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster begrüßen die Gäste in der VR-Bank Westmünsterland in Borken zur Eröffnung der Fotoausstellung.

„Leben mit HIV – Anderes als du denkst?!“ – so lautet der Titel einer Ausstellung. Die Eröffnung der Fotoausstellung in der VR-Bank in Borken ist Anlass das 35-jährige Bestehen der Aidshilfe Westmünsterland e.V. zu würdigen.

Viele Menschen mit HIV leiden auch heute noch unter der Angst, sich zu offenbaren, unter Scham, Schuldzuweisungen und einem geringen Selbstwertgefühl. Auch genau dagegen kämpft seit dem Jahr 1988 die Aidshilfe Westmünsterland e.V. aus Ahaus. Aus einer Gruppe engagierter solidarischer Selbsthilfeaktivisten wurde damals der gemeinnützige Verein gegründet. Seither entwickelte sich die Aidshilfe zu einem bedeutenden Akteur: Vor allem in der Gesundheitsförderung, Prävention, sozialen Sicherung und der gesellschaftlichen Interessenvertretung der Menschen mit HIV/Aids im Kreis Borken.

Konstruktive Zusammenarbeit

Dem Kreisgesundheitsamt ist die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Verein ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund würdigen der Kreis und die Aidshilfe deren 35-jähriges Bestehen mit einer gemeinsamen Fotoausstellung. Die steht unter dem Titel „Leben mit HIV – Anderes als du denkst?!“. Sie wurde nun offiziell in den Räumen der VR- Bank Westmünsterland (Butenwall 57) in Borken eröffnet und ist bis zum 15. November 2023 zu den regulären Öffnungszeiten (montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ausstellung mit Leihgabe

Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Aidshilfe Bielefeld e.V. und eine Kooperation zwischen dem Verein und der Fotografin Valerie Epperlein. „Ihr Ziel ist es, mit Irrtümern und Vorurteilen gegenüber HIV-positiven Menschen aufzuräumen und offene Fragen über HIV zu klären“, erklärte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner Funktion als Sozial- und Gesundheitsdezernent bei der Ausstellungseröffnung. „Der erste Schritt vieler Betroffenen bei einer Diagnose ist meist, im Internet zu recherchieren. Daher hat sich die Aidshilfe Bielefeld häufig gestellten Fragen im Sinne von ‚Kann ich mit HIV…?!‘ angenommen“, ergänzte Doris Baron, zuständige Mitarbeiterin für sexuelle Gesundheit der Fachabteilung Infektionsschutz, Umweltmedizin im Kreisgesundheitsamt.

Antworten auf viele Fragen

HIV-positive Menschen und Mitarbeitende der Aidshilfe Bielefeld e.V. geben dann Antworten auf viele gängige Fragen. Die Frage „Kann ich mit HIV-Positiven aus einem Glas trinken?“ wird beispielsweise wie folgt beantwortet: „HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Im Alltag kann das Virus nicht übertragen werden.“ Als passende Illustration dazu zeigt ein Foto eine Frau, die einem Mann ein Weinglas reicht.

Leben mit HIV näherbringen

„Die Alltagsfragen, die die Ausstellung anspricht, sollen den Bürgerinnen und Bürgern, die kaum Berührungspunkte mit dem Thema haben, das Leben mit HIV näherbringen und gleichzeitig darüber aufklären, damit Vorurteilen und Diskriminierungen entgegengewirkt werden kann. Denn trotz dieser Diagnose können Betroffene lange leben und viele wissen nicht, das HIV im Beruf, in der Freizeit oder beim Sport nicht übertragbar ist“, bekräftigte Manuela Brandt von der Aidshilfe Westmünsterland e.V. Dieser Verein ist ein wichtiger Partner des Gesundheitsamtes des Kreises Borken bei der Aufklärungsarbeit. „Durch umfangreiche Angebote bringt sich dessen Team sehr aktiv ein und wir als Kreisverwaltung schätzen den unermüdlichen Einsatz sehr und danken dafür. Wir hoffen, dass unsere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen 35 Jahre auch künftig erfolgreich fortgesetzt wird und wir so gemeinsam Betroffenen gute Unterstützung anbieten sowie auch die Zahl der Neuinfektionen reduzieren können“, betonte Dr. Ansgar Hörster.

Weitere Infos zu HIV/AIDS sowie zum anonymen und kostenlosen Testangebot des Kreisgesundheitsamtes Borken gibt unter www.kreis-borken.de/test-hiv.

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