Sonntag, 24. April 2024
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Neue Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in Alstätte

Die neue Flüchtlingsunterkunft in Alstätte ist fertig und wird nun nach und nach bezogen.
Die neue Flüchtlingsunterkunft in Alstätte ist fertig und wird nun nach und nach bezogen.

In Alstätte stehen nun etwa 60 Plätze für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung. Die Stadt Ahaus hatte wegen des anhaltenden Flüchtlingszuzugs im vergangenen Jahr in Alstätte eine größere leerstehende Privatimmobilie am Bocholder Esch erworben. Daraufhin war das Gebäude auf die vorgesehene neue Nutzung vorbereitet und in Teilen umgebaut worden. Passende Gemeinschaftsküchen, Waschräume und sanitäre Einrichtungen wurden neu geschaffen. Diese Umbauarbeiten konnten nun nach fast einem halben Jahr abgeschlossen werden.

Seit Oktober 2022 Sporthalle als Unterkunft

Im Oktober 2022 hatte die Stadt Ahaus infolge des hohen Flüchtlingszuzugs aus der Ukraine in einer der beiden Sporthallen im Vestert in Ahaus eine Notunterkunft einrichten müssen. Dort werden bis heute bis zu 140 Personen aus der Ukraine untergebracht und versorgt. Von Beginn an war es erklärtes Ziel, diese Notunterkunft nur solange zu betreiben, wie keine anderweitigen Unterkünfte bereitstehen oder aber die Anzahl der zu versorgenden Flüchtlinge deutlich zurückgeht. Beides ist bislang jedoch nicht eingetreten.

Zusätzlicher Platz in Bestandsunterkünften

Zudem musste in den letzten Monaten in mehreren Bestandsunterkünften zusätzlicher Platz durch Mehrfachbelegungen von Räumen geschaffen werden. „Auch dieser Schritt war eine unumgängliche Sofortmaßnahme, die aber nicht von Dauer sein darf, da sie für alle Beteiligten sehr herausfordernd ist“, so Sebastian Bachnick-Schiemenz, zuständiger Sozialarbeiter bei der Stadtverwaltung Ahaus. „Für ein auskömmliches Zusammenleben und zur Vermeidung von Konflikten müssen wir daher möglichst zeitnah wieder zu einer Auflösung dieser Situation kommen.“

Monatlich zehn bis 30 neue Flüchtlinge

Auch weiterhin kommen Flüchtlinge nach Ahaus. Nach den aktuellen Flüchtlingsquoten muss die Stadt Ahaus noch rund 210 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Dann wäre die vom Land NRW vorgegebene Quote zu erfüllt. In welchem Zeitraum dies erfolgt, ist dabei allerdings noch völlig offen. Zudem werden monatlich zwischen 10 und 30 neue Flüchtlinge oder nachziehende Familienmitglieder von der landesweit zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg zugewiesen. Diese Entwicklung zeichnet sich auch für die folgenden Monate ab. Inwieweit und wann messbare Veränderungen durch mögliche fluchtbegrenzende Maßnahmen des Bundes und der Europäischen Union erfolgen, erscheint zum heutigen Zeitpunkt noch völlig offen.

Weitere Unterkunft an der Wessumer Straße

In den nächsten Wochen werden regelmäßig Flüchtlinge aus der Notunterkunft in die neue Unterkunft in Alstätte oder auch in einzelne andere Flüchtlingsunterkünfte ziehen. Damit wurde bereits begonnen und das wird in den kommenden Wochen weiter fortgeführt werden. In Kürze wird für voraussichtlich längstens zwei Jahre eine weitere Unterkunft für 60 Personen an der Wessumer Straße auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses Gerding aufgebaut und in Betrieb genommen werden. 20 Personen kommen dann im Bestandsgebäude unter und weitere 40 Personen in neuen Containerunterkünften. Hierüber wurden die unmittelbaren Anwohner in einer Informationsveranstaltung im Dezember bereits unterrichtet. Weiterhin plant die Stadt Ahaus noch in diesem Jahr zwei weitere Unterkünfte mit bis zu je 60 Plätzen in Ottenstein und in Ammeln.

Zusätzliche Plätze lassen Auflösung der Notunterkunft zu

Beigeordneter Werner Leuker: „Wir werden in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 240 zusätzliche Plätze in Ahaus schaffen. Damit muss es uns eigentlich gelingen, die Notunterkunft in der Sporthalle im Vestert im Anschluss aufzulösen und nach einer notwendigen baulichen Ertüchtigung endlich wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu stellen. Ich danke der Irena-Sendler-Gesamtschule und auch den Sportvereinen für ihre Geduld und ihr Verständnis und weiß dies sehr zu schätzen. Mein Dank gilt aber auch dem Deutschen Roten Kreuz und dem Sicherheitsdienst für ihre gute Arbeit und Versorgung in der Notunterkunft.“

In der Stadt Ahaus wohnen zurzeit über 1.000 Flüchtlinge, davon allein 460 aus der Ukraine. In städtischen Flüchtlingsunterkünften sind gegenwärtig 470 Personen und in Privatunterkünften noch etwa 120 Flüchtlinge untergebracht.

Umfangreiche und wertvolle Hilfe von außen

Die Stadtverwaltung und mit ihr zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Integrationslotsenprojektes des Caritas-Verbandes, der FEFA, des aktuellen Forums Volkshochschule, der Berufsbildungsstätte Westmünsterland, der Freiwilligen-Agentur Handfest und viele weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen sich um eine möglichst reibungslose Unterbringung und eine gute Integration der Flüchtlinge. Werner Leuker hierzu: „Ohne diese breite und wichtige Unterstützung von außen, in beruflichen, professionellen wie vor allem in ehrenamtlichen Strukturen, könnten wir diese große Aufgabe gar nicht leisten.“

Sprachvermittlung, Integrationskurse und Arbeitsvermittlung

Dabei geht es in erste Linie um die Sprachvermittlung, um den Besuch von Integrationskursen, um die Begleitung bei Behörden- und Arztbesuchen, um eine Beratung und um die Arbeitsvermittlung. Die Arbeitsvermittlung soll in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt bilden, damit möglichst viele erwerbsfähige Flüchtlinge mit einer Arbeitserlaubnis, die mittlerweile bereits einen ersten Sprachkurs besucht haben, erfolgreich in Arbeitsverhältnisse vermittelt werden können.

Unterbringung der Kinder in Kitas und Schulen

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten und Schulen. Ende 2023 waren insgesamt fast 170 Schüler mit einem Fluchthintergrund in den Ahauser Schulen (ohne Berufsschulen) untergebracht, davon beinahe 100 aus der Ukraine. 77 Kinder besuchen Grundschulen und fast 100 die drei weiterführenden Schulen. Auch hier sind der Spracherwerb und das Kennenlernen des deutschen Schul- und Bildungssystems erste, häufig sehr herausfordernde Aufgaben, für die es häufig nicht hinreichend Personal in den Schulen gibt.

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