Montag, 24. März 2024
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Proteste gegen drohende Atommüll-Transporte

In Ahaus protestierten rund 200 Menschen gegen drohende Atommüll-Transporte aus Jülich.
In Ahaus protestierten rund 200 Menschen gegen drohende Atommüll-Transporte aus Jülich.

An mehreren Orten zwischen Jülich und Ahaus gab es am Sonntag, 15. Oktober 2023, Protestaktionen gegen drohende Atommüll-Transporte. Man demonstrierte entlang der möglichen Autobahn-Transport-Routen durch Nordrhein-Westfalen. An der Kundgebung in Ahaus nahmen rund 200 Menschen teil. Bei Mahnwachen in Jülich, Köln, Düsseldorf und Duisburg waren es etwa 50 Menschen. Eine Solidaritäts-Protestaktion gab es auch nördlich von Ahaus an der A31 in Lingen. 

Heftige Kritik in Ahaus

Auf der Protestkundgebung in Ahaus wurde heftige Kritik am Forschungszentrum Jülich (FZJ) geübt. Das FZJ will mit insgesamt 152 Straßentransporten ab nächstem Jahr die ca. 300.000 Kugel-Brennelemente aus seinem stillgelegten Versuchsreaktor AVR ins Zwischenlager Ahaus verschieben. Der Neubau eines Lagers in Jülich selbst, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht, wird seitens des FZJ und seiner Entsorgungsgesellschaft JEN seit 10 Jahren boykottiert. „Dieses verantwortungslose Verhalten kann man von einer wissenschaftlichen Einrichtung nicht akzeptieren“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“. „Die Jülicher Brennelemente müssen vor einer späteren Endlagerung ordentlich deklariert und konditioniert werden. Das Verfahren dazu muss erst noch entwickelt werden, und dafür ist das FZJ zuständig. In Ahaus kann dies aus technischen und rechtlichen Gründen nicht geschehen“. 

Jülich erinnert an Koalitionsvertrag

Zeitgleich fand vor dem Eingang des Forschungszentrums in Jülich eine Mahnwache statt. Marita Boslar vom örtlichen Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ erinnerte dort an den Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung. In diesem war klar die Zielsetzung proklamiert worden, dass die Castor-Transporte nach Ahaus vermieden werden sollen. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich ernsthaft für den Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich einsetzt, das den heutigen Sicherheitsstandards entspricht. So steht es im Koalitionsvertrag. Die Landesregierung muss mehr tun, um ihren Beschluss umzusetzen. Nur Geld für ein Grundstück zur Verfügung stellen, reicht nicht aus!“, so Marita Boslar.

Bürgermeister fordern Verbleib der Brennelemente in Jülich

Sowohl der Bürgermeister von Jülich, Axel Fuchs, als auch die Bürgermeisterin von Ahaus, Karola Voß, haben sich ebenfalls einhellig für den Verbleib der AVR-Brennelemente in Jülich ausgesprochen. Die Stadt Ahaus hat neben den laufenden Klagen gegen die Einlagerungsgenehmigung überdies Klagen gegen die Transportgenehmigungen angekündigt.

Bündnis gegen Castortransporte wird vom BUND unterstützt

Das „Bündnis gegen Castortransporte Jülich-Ahaus“ wird nun auch vom BUND Landesverband NRW unterstützt. Kerstin Ciesla erklärt dazu: „Bereits vor 10 Jahren haben wir uns für eine Lagerung in Jülich eingesetzt, die Verantwortlichen haben die Zeit nicht für einen Neubau genutzt und argumentieren jetzt, dass Castortransporte nach Ahaus die schnellste Option seien. Das ist eine unverschämtes Verschieben des Atommüllproblems!“.

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