Freitag, 24. Februar 2024
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Rechte von Frauen mit Behinderung stärken

Irmgard Paßerschroer (li.) und Ute Schulte (re.) stellten ihre Arbeitsansätze und Schwerpunkte kommunaler Gleichstellungsarbeit in den Emscher-Werkstätten in Gelsenkirchen vor.
Irmgard Paßerschroer (li.) und Ute Schulte (re.) stellten ihre Arbeitsansätze und Schwerpunkte kommunaler Gleichstellungsarbeit in den Emscher-Werkstätten in Gelsenkirchen vor. Die Vernetzung soll auch helfen., die Rechte von Frauen mit Behinderung zu stärken.

Ute Schulte, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rhede, und Irmgard Paßerschroer, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Borken, nahmen jetzt an einer Tagung der Frauenbeauftragten in Caritas-Werkstätten in Nordrhein-Westfalen in den Emscher Werkstätten in Gelsenkirchen teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten sie die Arbeitsansätze und Schwerpunkte kommunaler Gleichstellungsarbeit vor und warfen dabei insbesondere einen Blick auf das Thema häusliche und sexualisierte Gewalt. „Wir waren von dem Interesse und dem Engagement der Frauenbeauftragten in den Werkstätten beeintruckt“, sagten die beiden Gleichstellungsbeauftragten nach der Veranstaltung.

Vereinbarkeit von Familie und Beschäftigung

Seit 2017 gibt es die Frauenbeauftragten in den Werkstätten. Sie kümmern sich um die Rechte behinderter Frauen und streben die Gleichstellung der Geschlechter an. Außerdem setzen sie sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beschäftigung ein und befassen sich mit dem Themenfeldern Prävention, Lohn- und Gehaltsfragen sowie Gewalt gegen Frauen. „Frauen mit Behinderung sind verstärkt sexueller Belästigung ausgesetzt, weil die Täter davon ausgehen, dass diese Frauen aufgrund ihrer geistigen oder körperlichen Einschränkung weniger wehrhaft sind“, erklärte Marie-Luise Schulze-Jansen vom Referat Behindertenhilfe des Erzbistums Paderborn, die die Landesarbeitsgemeinschaft der Caritaswerkstätten und Frauenbeauftragten koordiniert und die Tagung leitete.

Frauen mit Behinderung erfahren häufiger sexualisierte Gewalt

Laut Statistik erfahre jede dritte bis vierte Frau mit Behinderung in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt – also zwei- bis dreimal häufiger als Frauen ohne Behinderung. Neben direkter Gewalt sind vielfältige Formen der Diskriminierung und struktureller Gewalt an der Tagesordnung. Täter sind Männer sowohl mit als auch ohne Behinderung. „Der Austausch mit den Frauenbeauftragten der Werkstätten hat uns darin bestärkt, die begonnene Vernetzung fortzuführen und damit einen Beitrag zur Stärkung der Rechte von Frauen mit Behinderung zu leisten“, betonten die beiden Gleichstellungsbeauftragten.

Kontakt entstand beim „Runden Tisch“

Die Kontakte zu den Caritas-Werkstätten entstand durch eine Veranstaltung des „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt – GewAlternativen“ im vergangenen März in Bocholt. An dieser nahmen auch Vertreterinnen der Behindertenwerkstatt in Rhede-Büngern teil. Weitere Infos zum Zusammenschluss „Runder Tisch“ gibt es unter www.gewalternativen.de.

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