Sonntag, 24. Juni 2024
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Weniger Flächen für die Wirtschaft

Engagiert, damit Unternehmen die Flächen, die für die Wirtschaft vorgesehen sind, auch wirklich nutzen können (v.l.): Helge Wassermann (Projektleiter Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen mbH), Jörg Baumeister (Geschäftsführer BAUMEISTER Unternehmen für Inneneinrichtungen GmbH & Co. KG, Dorsten), Hendrik Eßers (Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Standortmanagement, Stadt Recklinghausen), Karin Korten (Fachbereichsleiterin Planen, Bauen, Umwelt der Stadt Ochtrup), Markus Funk (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung in Dorsten GmbH, WINDOR), IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel und IHK-Teamleiterin Dr. Jana Burchard, Nils Pfretzschner (NRW.Global Business, Düsseldorf), Jörg Kemna (Leiter Strukturpolitik & Fördermittel, Wachstumsmärkte – Prokurist Business Metropole Ruhr). Foto: IHK Nord Westfalen
Engagiert, damit Unternehmen die Flächen, die für die Wirtschaft vorgesehen sind, auch wirklich nutzen können (v.l.): Helge Wassermann (Projektleiter Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen mbH), Jörg Baumeister (Geschäftsführer BAUMEISTER Unternehmen für Inneneinrichtungen GmbH & Co. KG, Dorsten), Hendrik Eßers (Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Standortmanagement, Stadt Recklinghausen), Karin Korten (Fachbereichsleiterin Planen, Bauen, Umwelt der Stadt Ochtrup), Markus Funk (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung in Dorsten GmbH, WINDOR), IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel und IHK-Teamleiterin Dr. Jana Burchard, Nils Pfretzschner (NRW.Global Business, Düsseldorf), Jörg Kemna (Leiter Strukturpolitik & Fördermittel, Wachstumsmärkte – Prokurist Business Metropole Ruhr). Foto: IHK Nord Westfalen

Der Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region steht in der Realität weniger Fläche zur Verfügung als in den Regionalplänen für die gewerbliche Nutzung ausgewiesen ist. Das ist nicht nur die Erfahrung von Unternehmen und der IHK Nord Westfalen, sondern auch von kommunalen Planungsämtern und Wirtschaftsförderungen. Wie sich das Problem lösen lässt, zeigten sie am Dienstag, 29. August 2023, während einer Veranstaltung der IHK Nord Westfalen in Münster.

Planungsrecht, Eigentumsfragen oder Immissionsschutz verhindern Entwicklung

„Zahlreiche Flächen sind zwar planerisch gesichert, können aber häufig aufgrund von Planungsrecht, Eigentumsfragen oder Immissionsschutz nicht entwickelt werden“, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel das Problem. Für Unternehmen in der Region und solche, die sich hier ansiedeln wollen, sei aber das Angebot der tatsächlich verfügbaren Wirtschaftsflächen ein entscheidender Faktor bei der Frage, wie und wo die Unternehmen investieren, um sich weiterzuentwickeln. „Der Mobilisierung planungsrechtlich gesicherter Flächenreserven kommt daher eine besondere Bedeutung zu“, betonte Jaeckel. „Papier ist geduldig, Unternehmen, die täglich im Wettbewerb bestehen müssen, sind es nicht“, mahnte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Was in den Plänen für Gewerbe und Industrie vorgesehen sei, müsse dafür auch in der Praxis zur Verfügung stehen.

„Wirtschaftsflächen aktivieren“

Wie das funktionieren kann, zeigen Beispiele von Unternehmen und Kommunen, die während der Veranstaltung „Wirtschaftsflächen aktivieren“ präsentiert wurden und in der gleichnamigen IHK-Publikation dokumentiert sind. Rund 60 Fachleute aus Kommunalverwaltungen, Wirtschaft und Politik nahmen an dem Austausch teil. „Mit Engagement und Einfallsreichtum haben wir es gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung geschafft, unser Unternehmen am bestehenden Standort zu erweitern und unsere unternehmerische Zukunft in Dorsten zu sichern“, beschreibt Jörg Baumeister, Geschäftsführer Baumeister – Unternehmen für Inneneinrichtungen GmbH & Co. KG, wie sich sein Unternehmen durch enge Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen auf bisher ungenutzten Flächen am eigenen Standort erweitern konnte.

Gewerbliche Flächen für produzierendes Gewerbe freihalten

Kommunale Ansätze zur Sicherung von Wirtschaftsflächen zeigte exemplarisch Karin Korten von der Stadt Ochtrup auf. „Die gestiegene Flächennachfrage durch verschiedene Nutzungen wie Wohnen, erneuerbare Energie und Gewerbe erhöht die Konkurrenz um die begrenzte Ressource Fläche. Um dennoch ausreichend Fläche für alle Nutzungen zu sichern, hat die Stadt Ochtrup im Rahmen der Bauleitplanung Steuerungsansätze für Wirtschaftsflächen entwickelt.“ Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Freihaltung von gewerblichen Flächen für produzierendes Gewerbe.

Brachliegende Flächen reaktivieren

Wie man brachliegende ehemals industriell genutzte Flächen reaktiviert und so einen Beitrag zur Deckung der Nachfrage nach Gewerbeflächen liefert, erläuterten Helge Wassermann und Hendrik Eßers von der Stadt Recklinghausen am Beispiel des ehemaligen Zechenstandortes General Blumenthal. „Mit Blick auf die geringen Flächenangebote und dem stetigen Bedarf an Gewerbeflächen müssen zu reaktivierende Brachflächen immer mehr im Fokus einer Stadtentwicklung stehen.“ berichtet Hendrik Eßers, Fachbereichsleiter der Wirtschaftsförderung.

Digitaler Gewerbeflächenatlas

Jörg Kemna, Prokurist der Business Metropole Ruhr GmbH (BMR), stellte den digitalen Gewerbeflächenatlas ruhrAgis als Grundlage für die Gewerbeflächenentwicklung vor: „Ein detaillierter Überblick über Flächen und ihre möglichen Nutzungen ist ein wertvolles Instrument – für Unternehmen, um passende Standorte zu finden – und für Kommunen, als Grundlage für die Gewerbeflächenplanung.“ Welche konkreten Anforderungen internationale Unternehmen auf der Suche nach neuen Standorten haben, erläuterte Nils Pfretzschner von NRW.Global Business GmbH, der Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes.

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